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Leben
und Tod sind von größter Bedeutung
Die Zeit vergeht rasch, die Gelegenheit geht vorüber
…
Kein Verweilen kennt der Augenblick
Darum seid achtsam und ganz gegenwärtig
Leitbild des Verein Hospiz Mödling
Wir sehen das Leitbild als
einen Prozess, der sich in unserer Arbeit permanent entfaltet und
entwickelt. Jeder Mitarbeiter ist bereit, dieses Leitbild mit Leben zu
füllen.
Unsere oberste
Priorität ist, Menschen in einer lebensbedrohenden Krankheit
bis zum letzten Augenblick ein Leben in Würde zu
ermöglichen. Wir richten unsere Energie und unser Bestreben
darauf aus, alles zu tun, um diesen Menschen nicht nur ein Sterben in
Frieden, sondern auch Lebensqualität bis zuletzt zu
ermöglichen. In der Lebensbegleitung bis zum Tod achten wir
die Einzigartigkeit jedes Menschen und damit auch seine
Selbstbestimmung. Gleichzeitig respektieren wir auch die Grenzen eines
jeden Menschen - auch unsere eigenen. Diese Grundhaltung beruht auf der
internationalen Hospizidee, der wir uns verpflichtet fühlen.
Wir sind da für
schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen, ungeachtet ihres
kulturellen, gesellschaftlichen, weltanschaulichen und
religiösen Hintergrundes.
Im Mittelpunkt unserer Arbeit
steht die lindernde Pflege, Fürsorge und weitgehende
Schmerzfreiheit unter dem Dach von Palliative Care, d. h. neben der
Linderung von physischen, psychischen und sozialen Leiden von
Sterbenden auch spirituellen Beistand zu leisten. In diesem
ganzheitlichen Konzept ist es uns ein Anliegen, das Phänomen
Schmerz in all seiner Komplexität wahr- und ernst zu nehmen.
Ist doch Schmerz keine objektiv messbare Größe,
sondern eine subjektive Wahrnehmung. Physische, psychische, soziale und
spirituelle Schmerzkomponenten sind ineinander verwoben und
beeinflussen einander.
Unser Tun ist nicht auf
lebensverlängernde Therapie ausgerichtet, die lebensbejahende
Grundidee schließt jedoch aktive Sterbehilfe aus.
Neben der Betreuung des Kranken
möchten wir auch für die Angehörigen da
sein, sie ermutigen und unterstützen und ihnen im Prozess des
Abschiednehmens und Trauerns beistehen, bei ihnen standhalten im
Angesicht von Sprachlosigkeit und Unwiederbringlichkeit. Die
Integration des sozialen Umfeldes des/der jeweiligen PatientIn in das
Betreuungskonzept erachten wir als wesentlich.
Wir sind ein
interdisziplinäres Team, in dem neben der Pflege und dem
ärztlichen Dienst der psychosozialen Betreuung und der
ehrenamtlichen Arbeit besondere Bedeutung zukommt.
Wir sehen das Ehrenamt als
wichtiges Fundament unserer Arbeit. Ehrenamt, wie wir es verstehen, ist
kompetent und professionell, ist kein Kostensparfaktor, sondern nimmt
seinen eigenen Stellenwert im Rahmen der psychosozialen Betreuung ein.
Wichtig ist uns die
Wertschätzung und Achtung der Ehrenamtlichen durch
persönliche Betreuung, gute Rahmenbedingungen für die
Mitarbeit (regelmäßige Aus- und Weiterbildung) und
durch die Sicherheit gewährende Organisationsstruktur.
In unserem Team pflegen wir eine
offene und kooperative Kommunikationskultur - wir sind bestrebt in der
Interaktion die verschiedenen Standpunkte, Erwartungen und auch
Befürchtungen der einzelnen MitarbeiterInnen wahrzunehmen und
zu würdigen und so einen konstruktiven Austausch zu erlauben.
Wir sind uns bewusst, dass die
Form, in der wir miteinander kommunizieren, einen entscheidenden
Einfluss darauf hat, ob wir uns tatsächlich ehrlich
auszudrücken wagen und einander empathisch zuhören
können.
Wir sorgen für eine
laufende Überprüfung und Förderung der
Qualität unserer Arbeit, die auf Wissen, Fähigkeiten
und einer sachdienlichen Grundhaltung beruht. Dies inkludiert die
permanente Fort- und Weiterbildung unserer MitarbeiterInnen, sowohl im
professionellen als auch im ehrenamtlichen Bereich.
Eine enge Kooperation und
Beziehungspflege mit anderen Hospiz- und Palliativeinrichtungen sowie
Krankenhäusern, niedergelassenen Ärzten und
ambulanten Pflegediensten ist uns wichtig.
Wir unterstützen alle
Bemühungen, das Thema Sterben und Tod in der Gesellschaft zu
enttabuisieren. Wir wollen durch Vorträge, Zeitungsartikel,
Benefizveranstaltungen etc. die Öffentlichkeit
sensibilisieren, sind offen für Fragen und Anliegen zu diesem
Thema und beraten Einzelpersonen und Familien sowie Schulen, private
und staatliche Institutionen, Berufsgruppen u. a.
Wir sind uns unserer eigenen
Endlichkeit bewusst.
Wir sind achtsam im Umgang mit
uns selbst und achten auf die Anzeichen von Erschöpfung im
Umgang mit Sterben und Tod. Selbstreflexion und Auseinandersetzung mit
diesen Fragen sind wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit.
Mödling, Juni 2009
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